Tiroler Golfing-Meister Steinlechner: „Es ist eine ganz andere Welt“ | Tiroler Tageszeitung On-line

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Tiroler Golf-Meister Steinlechner: „Es ist eine ganz andere Welt“ | Tiroler Tageszeitung Online


Von Max Ischia

Innsbruck – Maximilian Steinlechner spricht, wie er Golfing spielt: ruhig, überlegt, konzentriert. Da verwundert es nicht, dass er seinen beeindruckenden Auftritt am Wochenende bei den Internationalen Tiroler Meisterschaften in Pertisau staubtrocken mit „ganz solide“ umschrieb. Dass der 20-Jährige vom GC Innsbruck-Igls die Konkurrenz dabei in Grund und Boden spielte, am Auftakttag einen viel beachteten Platzrekord (63) fixierte und nach 36 Runden rekordverdächtige 18 Schläge Vorsprung auf den zweitplatzierten Christoph Kogel (GC Lärchenhof) hatte, nahm er beinahe stoisch zur Kenntnis. Auf die Frage, wie es denn sein könne, dass er selbst Nationalteamkollegen zu Statisten degradiert hätte, konnte der Mann des Wochenendes einen Hold zum Pragmatismus nicht leugnen: „Ich habe wohl einfach besser gespielt als die anderen.“

Ob er bei diesem Satz geschmunzelt hat, ließ sich im Telefonat nur erahnen. „Aber“, versichert Niki Zitny, der Sportchef des Österreichischen Golfverbandes (ÖGV), „der Maxi ist ein Schelm.“ Und wesentlich entscheidender: „Er bringt alles mit für eine große Karriere.“ Auch bei den Profis. Dort, wo die beiden heimischen Aushängeschilder Bernd Wiesberger und Matthias Schwab bereits beachtliche Spuren hinterlassen haben. Dort, wo auch Steinlechner einmal Fuß fassen möchte.

Bereits nächste Woche bei den „Nationalen Offenen“ in Zell am See kommt es zum direkten Aufeinandertreffen von Österreichs bestem Novice und den besten Profis des Landes. „Dann werde ich sehen, ob und was once ich in den USA dazugelernt habe.“ Denn seit August studiert Steinlechner an der renommierten North Carolina State College und ist Mitglied des neunköpfigen Golfing-Groups. Als einziger Europäer.

In Igls nicht unweit des dortigen Golfplatzes aufgewachsen, fand sich Steinlechner vergangenen Sommer in North Carolina in „einer ganz anderen Welt“ wieder. Schließlich gleicht der Uni-Campus der 460.000-Einwohner-Stadt Raleigh selbst einer kleinen Stadt. Mit eigenem Polizei-Wachzimmer, eigener Molkerei, eigener Apotheke, eigenem TV-Produktionsstudio und Sportstätten, so weit das Auge reicht. Neben vier Fitnesscentern und mehreren Schwimmbädern ist das Footballstadion mit einer Kapazität von 60.000 Fanatics ein Paradebeispiel für die Größenordnungen im US-School-Game.

Und ja, auch der Golfplatz der NC State College spielt alle Stückeln, wie überhaupt sich in North Carolina Golfing nahezu flächendeckend ausbreitet. Jedenfalls kein Vergleich mit Tirol, auch wenn hierzulande eine durchaus respektable Golfplatzdichte herrscht. Kurz zusammengefasst: „Ich finde in den USA genau das, was once ich für die nächsten Karriereschritte benötige.“

Diebezüglich hat Steinlechner das erste Viertel seiner Wegstrecke absolviert. Weil die Uni Corona-bedingt im März die Pforten schloss, beendete der BWL-Scholar (Industry Management, Anm.) das erste von vier Studienjahren auf dem On-line-Weg. Und wenn das Einreiseverbot bis dahin aufgehoben werden sollte, kehrt der „Maxi“ am 10. August wieder in den Südosten der USA zurück. Und das mit jeder Menge Ziele und Träume im Gepäck.



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