Karlsruher Soccer-Staff veranstaltet Tremendous-Bowl-Birthday celebration

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Karlsruher Football-Team veranstaltet Super-Bowl-Party


Es ist 4.30 Uhr am Montagmorgen. Während sich die meisten Deutschen noch ein letztes Mal in ihrem Bett umdrehen, genehmigen sich die Badener Greifs in der Hoepfner-Burg ein letztes Bier. Die Spannung fällt so langsam von den Karlsruher Soccer-Spielern ab. Wenige Minute zuvor hatte Runningback Damien Williams von den Kansas Town Chiefs vor den Augen der Greifs und Millionen von Zuschauern mit seinem Landing-Lauf zum zwischenzeitlichen 30:20 das größte Einzelsport-Ereignis der Welt für seine Mannschaft entschieden.

Als am Sonntagabend um 22.20 Uhr, additionally intestine zwei Stunden vor dem Kickoff, die Leinwand noch nicht fehlerlos funktioniert, wird Abteilungsleiter Mirko Stychlok nervös. Obwohl es eine personal Veranstaltung ist, soll es doch perfekt sein. Rooster Wings, rote Pappbecher und metergroße Banner mit dem Vereinswappen – das Schalander der Hoepfner-Brauerei wurde kurzerhand in eine amerikanische Sportsbar verwandelt.

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Es ist ein würdiger Rahmen, den die Badener Greifs für die Übertragung des Tremendous-Bowls schaffen. Etwas mehr als 120 Soccer-Liebhaber sind es, die ihre Nacht opfern und gemeinsam das Finalspiel der amerikanischen Soccer-Liga NFL zwischen den San Francisco 49ers und den Kansas Town Chiefs verfolgen. Die Zeit bis zum Beginn des Spiels vertreiben sich Spieler, Betreuer und Cheerleaderinnen des Soccer-Oberligisten am Sonntagabend mit Spielen wie Turn Cup, Rage Cage und Beerpong, bei denen allesamt der Verzehr von Bier eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Es geht gesellig zu. „One workforce, one familiy“, dieser Satz fällt in dieser Nacht häufig, wenn die Beteiligten der Greifs über ihren Verein reden. „Die Jungs schauen schon länger gemeinsam den Tremendous-Bowl aber immer in Grüppchen. Deshalb habe ich im letzten Jahr zum ersten Mal eine gemeinsame Birthday celebration ins Leben gerufen“, erklärt Stychlok, der kurz nach Spielbeginn persönlich von Tisch zu Tisch geht und Popcorn verteilt.

„Wir haben einen guten Teamspirit“, meint auch Headcoach Michael Edwards. Im Schalander sitzt Marvin Pludra, mit 19 der jüngste Spieler, neben Nino Tavano, der mit 54 der Älteste im Staff ist. „Die Liebe zum Game verbindet“, sagt Pludra. Sein erfahrener Mitspieler, der wie jeder der rund 50 anwesenden Spieler das rote Jersey der Greifs trägt, widerspricht ihm nicht.

Geschaut wird mit amerikanischem Originalkommentar. Offensichtlichkeiten, die im deutschen Fernsehen den Soccer-Neulingen immer wieder erklärt werden, will hier niemand hören. Wer sich im Schalander die Nachtstunden um die Ohren schlägt, der weiß, dass jedes Staff vier Versuche hat, um mindestens zehn Yards in Richtung der gegnerischen Endzone zu kommen.

Leader-Enthusiasts in der Mehrheit

Die Enthusiasts der Chiefs sind hörbar in der Überzahl. Als San Francisco mit einem Fieldgoal die ersten drei Punkte des Spiels erzielt, fällt der Jubel sehr verhalten aus. Ganz anders ist der Geräuschpegel bei den ersten Annäherungsversuchen von Kansas. Auch der kurzzeitige Abbruch des überlasteten Livestreams stört die gute Stimmung kaum. In dem Second, in dem der Famous person der Chiefs, Quarterback Patrick Mahomes, den ersten Landing erzielt, springen mehrere von den Greifs auf und reißen die Arme in die Luft.

Chickenwings und Spareribs

Wenn im Schalander gerade nicht über Soccer gefachsimpelt oder sich über die kostspieligen Werbeclips amüsiert wird, wird gegessen. 40 Kilogramm Spareribs und jeweils zehn Kilogramm Chickenwings, Nuggets, Mozzarella-Sticks und frittierte Zwiebelringe tischt Küchenchef Oliver Herberger vom auf dem Brauerei-Gelände ansässigen Eating place „Burghof“ auf, das das Catering für die Veranstaltung übernimmt.

„Es battle schwer einzuschätzen, wie viel gegessen wird“, sagt Herberger mit Blick auf das, für diese Sportart typischerweise recht hohe, Kampfgewicht einiger Spieler. Jegliche Sorge, dass ein Soccer-Fan in dieser Nacht hungrig nach Hause gehen muss, wird jedoch im Keim erstickt. Kurz vor der Halbzeit gibt es rund 50 Liter Chili con Carne für die Anwesenden, ein kleiner Snack.

Beim, dem Spielverlauf durchaus entsprechenden, 10:10-Halbzeitstand fällt Greifs-Quarterback Brady Kelliher, der wie Defensiv-Spieler Michael Dell aus den USA stammt und nur während der Saison in Deutschland lebt, eine Prognose schwer. „Ich denke, die Chiefs machen es, ihre Offensive ist einfach verrückt“, so Kelliher nach langer Bedenkzeit. Staff-Routinier Nino Tavano hält dagegen, er setzt auf die 49ers.

Der 54-Jährige sollte sich irren. Genau 50 Jahre nach dem letzten Tremendous-Bowl-Sieg sicherten sich die Chiefs durch einen 31:20-Sieg den Titel. Auch wenn es nicht das von vielen erwartete Offensiv-Feuerwerk wurde und auch wenn der nächste Arbeitstag für die Anwesenden im Schalander ein einziger Kampf gegen die so schweren Augenlider werden dürfte, ist eines gewiss: Im nächsten Jahr um diese Zeit werden sich die Badener Greifs aus Liebe zu diesem Game wieder gemeinsam die Nacht um die Ohren schlagen.



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